Mittwoch, 25. Januar 2012

Das erste Viertel ist um!

Kann man es glauben? Ein Viertel der Reise liegt jetzt schon hinter mir. Aber dafuer ist auch schon einiges passiert: Ich war in drei Laendern (Thailand, Australien, Neuseeland), habe vor Gletschern gestanden, bin im Meer geschwommen, habe in vielen Bussen gesessenm, in vielen Hostels geschlafen und wirklich unfassbar viele tolle Mitreisende Leute kennengelernt. Ueberhaupt habe ich manchmal das Gefuehl, ueber andere Laender unterwegs fast mehr gelernt zu haben, als ueber das Reiseland selbst:

Chile ist das absolut beste Reiseland (preiswert, super Klima, sicher, wunderschoen), China unterdrueckt Taiwan und chinesische Restaurants sind eine hygienische Katastrophe, und in Kanada ist das absolute Skifahrer-Paradies. In Suedkorea wachsen Aepfel und Birnen, wie bei uns in Deutschland, in Australien gibt es eine Route namens "The big things", bei der man von einer grossen Sachen (Skulpturen am Strassenrand) zur naechsten reist und diese fotografiert, und die Briten finden zwar (aehnlich wie ich) alles schoen, wollen aber am liebsten immer zu Hause leben.

Der Anfang des zweiten Viertels der Reise ist fuer mich auch der Zeitpunkt, meine Art des Reisens unter die Lupe zu nehmen:

Ausruestung: Ich kann meine coolen Trekkingsandalen nicht hoch genug loben. Die sind wirklich der absolute Hammer. Ich habe sie keine Minute einlaufen muessen, sie fuehlen sich immer super an und ich trage sie quasi jeden Tag. Ich habe mit ihnen schon im Meer gestanden und bin darin gewandert. Ich kann darin stundenlang gehen, ohne, dass mir irgendwas auch nur annaehernd weh tut. Von meinen alten Joggingschuhen bekomme ich nach einem Tag schon Rueckenschmerzen (ueberhaupt sind zusaetzliche Polster unter den Fersen katastrophal: Kauft euch bitte alle Barfuss-Laufschuhe, wenn ihr joggt, entweder Vibram 5 Fingers oder normale Turnschlaeppchen!).
Meine beiden Hosen mit abnehmbaren Beinen sind auch ihr Geld wert. Ich trage sie staendig. Sie haben mehrere Taschen, und man kann sie schnell der Temperatur anpassen. Das hat sich gerade hier in Neuseeland bewaehrt - in der Naehe des Meeres aendert sich das Klima ja gerne mal schnell.
Ansonsten werde ich bald das erste (und vermutlich einzige Paket) nach Hause schicken. Dort hinein kommen:
Die warme Fleecejacke, die ich nicht gebraucht habe. Im warmen Australien werde ich sie noch weniger brauchen. Meine Softshelljacke reicht voellig, zumal diese vor Kaelte und vor Regen schuetzt.
Ausserdem koennen meine Joggingschuhe auch ihre Heimreise antreten.
Dazu kommen die meisten der Socken - ich werde nur zwei dunkle Paar behalten und ein Paar, das meine Oma mir gestrickt hat. Wenn ich nachts kalte Fuesse habe, waermt das immer noch am besten. Aber mehr Socken braucht bei den Temperaturen echt kein Mensch.
Das letzte Kleidungsstueck wird meine Jogginghose, die ich hier nie trage.
Ausserdem habe ich noch einen Steckdosenadapter, der nicht passt, ausserdem ein paar Sachen aus der Reiseapotheke, und, logischerweise, den Neuseeland-Reisefuehrer, den ich in  Australien auch nicht mehr brauchen werde. Ich freue mich schon auf das leichtere und kleinere Gepaeck!
Und ich bin froh ueber vieles, was ich nicht eingepackt habe und auch nicht gebraucht habe:
Eine Gabel - ein Loeffel und ein Messer reichen echt. Ich habe z.B. gestern Avocados mit einem Loeffel zerdrueckt, das geht auch.
Einen Dosenoeffner - ich kaufe die Dosen, die man mit Griff oeffnen kann. Das Teil war mir echt zu schwer, und eben nicht unbedingt noetig.
Einen Foehn - ich lasse meine Haare ueber Nacht trocknen. Ist nicht fuer jeden geeignet, aber bei mir klappt es ohne Erkaeltung oder Kopfschmerzen o.ae.
Des Weiteren hat sich der Tagesrucksack bewaehrt, und ich bin froh, dass ich auf Anraten von Frank Nr. 1 den Rucksack und nicht meine grosse Handtasche mitgenommen habe. Ich habe oft meine Jacke darin verstaut, das waere mit der Handtasche nicht so gut gegangen.

Alleine reisen: Ich finde es bisher super, und Langeweile kommt nicht auf. Alles gut! Ich bekomme schon mal unglaeubige Fragen in der Richtung, aber es gibt so viele Alleinreisende hier, und man findet sich zusammen und geht dann wieder getrennte Wege. Alles ist recht locker, und man fuehlt sich wirklich nie alleine.

Essen: In Bangkok war es der Hammer, weil es so viel tolles Obst gab. Hier in NZ gibt es Goldkiwis und Kirschen. Dazu gibt es glutenfreies Brot (eine grosse Auswahl, sehr loeblich) mit Erdnussbutter oder Huelsenfruechte aus der Dose mit Tomatensauce und Gurke. Naja, nicht sehr spannend, aber gut auf der Reise zu transportieren. Hier und da mache ich auch andere Sachen, aber das ist so ungefaehr die Grundlage momentan. Mir geht es sehr gut damit. Es ist alles in realistischer Zeit mit vertretbarem Aufwand zu beschaffen, erfordert kaum Zubereitung und laesst sich leicht abwaschen. Da alles ohne Oel ist, braucht man kein Spuelmittel, sondern wischt alles mit der Hand ab.

Sicherheitsmassnahmen: In der ersten Nacht in Melbourne habe ich meinen Rucksack (mit allen Wertsachen) neben mir im Bett gehabt. Oben im Rucksack lag eine Tuete aus billigem Plastik, die tierisch raschelt, wenn man sie bewegt. Ueber dem Rucksack lag ein Handtuch, was auf eine bestimmte Art und Weise gefaltet war, damit ich sehe, falls sich morgens daran etwas veraendert hat. Ihr seht, bei mir wird Sicherheit ganz gross geschrieben. ;-) In den meisten Hostels gibt es keine abschliessbaren Schraenke fuer die grossen Rucksaecke, und so habe ich alles einfach im Raum stehen lassen. Den kleinen Rucksack habe ich aber wirklich immer bei mir (auch nachts im Bett). Tagsueber trage ich ihn meistens vorne (wie die meisten Backpacker). Wenn dann jemand an meine Sachen will, muss er mich schon erschlagen (hat bisher niemand probiert, toi toi toi).
Ansonsten esse ich nur, was ich selbst zubereitet habe, oder eben in Restaurants.

Verloren und vergessen: Mir faellt immer wieder auf, dass ich in meinen Berichten Details unterschlage. So zum Beispiel die ueberkandidelte, leicht verspannte Managerin, die ich in Queenstown kennenlernen durfte. Sie schreibt an einem Buch und hat nach eigener Aussage eine unglaubliche Transformation durchlebt. Nun denn. Ihr Buch kommt in ein bis zwei Jahren raus. Wer mal reinblaettern moechte: Alicia Glasgow heisst die Gute.
Oder auch der adrette Sonnenhut, den ich in Queenstown gekauft habe. Nachdem ich am zweiten Tag in Christchurch tatsaechlich 10 Stunden ohne Sonnenschutz draussen war, hatte ich einen Sonnenbrand. Ok, war auch eine bloede Idee. Selbst hier unten, weit entfernt vom Aequator, ist die Sonne sehr stark. Jetzt habe ich einen weissen Sonnenhut, wie mein Vater es mir empfohlen hatte. Eltern haben eben doch meistens Recht.

Das war der Ueberblick ueber die ersten drei Wochen. Die (relative) Kaelte lasse ich nun hinter mir und werde aus dem windigen Wellington (was wirklich nicht umsonst "Windy Welly" genannt wird) in Richtung Norden reisen.

Bitte beachtet auch die aktualisierte Reiseroute (einfach hier klicken). Fuer den unwahrscheinlichen Fall, dass mich mal jemand erreichen muss und das ueber Handy nicht klappt, bin ich ueber die dort angegebenen Hotels und Hostels erreichbar. Ich bin ausserdem beim Neusselaendischen Katastrophenschutz als Touristin registriert. Also, selbst wenn hier was passiert, wissen sie, dass sie nach mir suchen muessen.

In diesem Sinne, ganz liebe Gruesse in die Heimat, besonders an die Oma! :-)

1 Kommentar:

  1. Hi Lissa,

    also doch ehr zu viel mit. Wow!
    Wie spannend, mit wie wenig man doch auskommen kann.
    Und Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht!

    Ich freu mich immer über deine Posts, aber das schon das erste Viertel rum ist, hätte ich nicht erwartet. Kam mir irgendwie kürzer vor.

    Lieben Gruß
    Kris

    AntwortenLöschen