Montag, 16. Januar 2012

Neuseeland: Dunedin


Weil es ohne Fotos dann doch irgendwie immer doof ist, habe ich hier mal ein paar aus dem Internet genommen. Meine eigenen kommen dann spaeter nach. So sieht es in Dunedin aus!

Mittlerweile bin ich schon in Queenstown, und ich freue mich schon, wenn ich dann darueber bloggen kann. Hier ist naemlich echt mehr los als in Dunedin und Christchurch. Und das ist nach all der Natur, den vielen Schafen und den verschlafeneren Staedtchen dann doch eine ganz willkommene Abwechselung. :-)



Sonntag, 15. Januar:
Ich habe erst mal ausgeschlafen und war dann online (kostenlos und alle PCs funktionierten, was nicht selbstverstaendlich ist). Am Vorabend hatte ich noch lange mit einer sehr netten Oesterreicherin gequatscht  - ironischerweise, nachdem wir uns beide darueber "beschwert" hatten, dass man im Hostel immer so viele nette Leute kennenlernt und daher immer erst so spaet schlaeft.
Dann habe ich laenger mit Benjamin telefoniert und bin danach gegen 11:00 Uhr in die Kueche verschwunden, um mal langsam was zu essen. Ueber Dunedin muss man wissen: Hier gibt es die steilste Strasse der Welt (siehe unterstes Foto). Die hatte ich mir heute als Ziel vorgenommen. In der Kueche sprach ich dann eine Asiatin an, ob sie wuesste, wie ich am besten dorthin komme. Sie erklaerte mir den Weg und fragte dann, ob es mich stoeren wuerde, wenn sie mitkaeme. Sie wuerde es gerne noch mal sehen und ausserdem ihr Englisch etwas ueben. Natuerlich! Und so verabredeten wir uns fuer 13:00 Uhr, und ich sollte einem langen Tag mit persoenlichem Tour Guide entgegen blicken. So brachen wir dann puenktlich auf und unterhielten uns die ganze Zeit.
Amy kommt aus Suedkorea und wir unterhielten uns viel ueber unsere Laender. Ueberhaupt habe ich auf der Reise schon verdammt viel ueber andere Laender gelernt - Neuseeland kommt hier fast zu kurz. Ich kenne mich jetzt unter anderem mit dem Taiwan-China-Konflikt aus. Den hatte ich vorher ..... nicht so ganz auf dem Schirm, um nicht zu sagen, dass mir nicht unbedingt bewusst war, dass es da einen Konflikt  gibt (wie immer: Unanbhaengigkeit).
Jedenfalls erzaehlte Amy viel von Korea, und dass ihre Tante in Auckland lebt. Dorthin sei ich natuerlich eingeladen. Mal sehen, vielleicht sehen wir uns in Auckland ja wirklich noch mal. Ausserdem hatte Amy kein Geld mehr und hatte schon zwei Tage nicht gegessen. Das erwaehnte sie so beilaeufig, dass ich zehn Mal nachfragen musste, bevor sie zugab, dass sie sich schon etwas schwach fuehlte. Oh Mann. Ihr war das Geld ausgegangen und mangels Job hatte sie auch noch nichts verdient. Wir notierten uns dann ein paar Jobmoeglichkeiten, die uns auf dem Weg auf Plakaten etc. begegneten.


Wir sind dann tatsaechlich die steilste Strasse der Welt raufgestapft. Ich hatte es mir irgendwie noch steiler vorgestellt, aber auch so war es schon nicht schlecht. Ich wuerde dort gerne mal mit dem Rad rauffahren. Von oben hat man eine nette Aussicht, und so haben wir uns dort in den Schatten gesetzt und uns die anderen schnaufenden Touristen angeguckt, die auf dem Weg zur Spitze waren. Zurueck zu sind wir durch den botanischen Garten gegangen, der auch in Dunedin superschoen ist. Mit ihren Gaerten haben sie es hier echt in Neuseeland.
Man kann 3 oder im Zweifelsfall 4 Tage ohne medizinische Betreuung fasten, aber danach kommt man in den Ketose-Stoffwechsel, was man alleine nicht unbedingt ausprobieren sollte. Mein Mutter-Theresa-Gen war daher mittlerweile voll aktiviert und so haben Amy und ich Preise verglichen und haben dann einen sehr preiswerten 10kg-Sack Jasmin-Reis gekauft (bzw: Ich habe den gekauft, Amy hatte ja nur noch ein paar Cent). Dazu gab es noch einen grossen Bottich Ketchup und ein paar preiswerte Gemuesesorten im Kilopack. Wieder im Hostel, haben wir dann die ersten Portionen davon gekocht und gegessen. Amy bedankte sich tausend Mal und sagte immer, dass das nicht noetig waere. Doch! Wenn die wuesste, wie viel Geld mal fuer Quatsch ausgibt .... da kann man echt nur schwer zugucken, wie jemanden die letzten Dollar fuer eine Portion Reis fehlen.
Nachdem Amy und ich uns also kurz gestaerkt hatten, sind wir danach noch gegen 19:00 Uhr zum Strand aufgebrochen. Es war wieder ein langer Marsch, aber wir waren dann bald am St. Kilda Beach, der .... ach ... mal wieder wunderschoen ist. Wir haben dann einfach am Strand gesessen, natuerlich Fotos gemacht (die Klassiker: Huepfend, lachend, oder einfach nur am Wasser, und natuerlich die Aufnahme der eigenen Gesichter, waehrend einer die Kamera moeglichst weit weghaelt,so lang der Arm eben reicht) und Emailadressen ausgetauscht.
Wir kamen gegen 22:00 Uhr zurueck und stellten fest, dass wir mindestens sieben Stunden nur zu Fuss gegangen waren. Und das alles an der frischen Kuestenluft! Man fuehlt sich direkt frischer. 
Das Licht in Neuseeland ist irgendwie besonders. Mich erinnert das immer an Frankreich. Ich habe schon oefter Leute sagen hoeren, dass das Licht in Frankreich anders ist, also ist es offenbar nicht nur mir aufgefallen. Irgendwie taucht das auch in Neuseeland die ohnehin schon schoene Landschaft in einen ganz besonderen Zauber.
Abends im Zimmer habe ich dann, wie sollte es auch anders sein, wieder eine sehr nette Person kennengelernt: Eine Kanadierin, die ich leider nicht nach ihrem Namen gefragt habe. Ich habe ihr morgens vor meiner Abreise aber noch meine Emailadresse und meinen Namen auf ihr Gepaeck gelegt. Vielleicht hoere ich noch mal was von ihr. Jedenfalls war sie auch ohne Ehemann unterwegs und erzaehlte, dass ihr das erst niemand glauben wollte. Lustig, wir hatten echt ganz aehnliche Kommentare und Fragen bekommen. Sie meinte, jetzt koennte sie wenigstens zu Hause erzaehlen, dass sie nicht die einzige allein reisende verheiratete Frau ist. Hihi.
Ausserdem war noch eine sehr interessante Finnin mit im Zimmer, die bereits durch Laos und Kambodscha gereist war. Als sie davon erzaehlte, wurden diese Laender fuer mich irgendwie greifbarer und verloren ihren Schrecken ein wenig. Ich habe immer Bilder von verarmten Gegenden, rappeligen Bussen und halb verhungerten wilden Tieren mit Infektionskrankheiten im Kopf, aber was sie erzaehlte, zeichnete wirklich ein anderes Bild. [Meine Familie wird jetzt lachen, denn ich habe oft etwas ueberzogene Vorstellungen vom Grad der Armut und Verwuestung in machen Laendern und Staedten. :-)]
Und so fand ein total schoener Tag seinen Ausklang, als wir nur zu dritt im Sechser-Zimmer liegend nach all unseren Reiseberichten doch irgendwann geschlafen haben.


Am naechsten Tag ging es fuer mich auf nach Queenstown, und zwar ueber den Taieri Gorge Railway. Aber dazu mehr, wenn der Blogpost zu Queenstown dran ist. :-)


Viele liebe Gruesse in die Heimat!


In der Pause auf der Busfahrt. 


Dito. 

Fotos während des Fahrens - ein wenig windschief, aber so sieht die neuseeländische Südinsel aus. 





So viele Schafe!




Dunedin - auf dem Weg zum Hostel. 

Eine Hundewaschanlage!



Essen im Pot Pourri. 


So esse ich normalerweise selten - erstens esse ich keine Linsen, zweitens wäre mir eine Teigtasche schon viel zu viel Arbeit. Aber lecker war es! :-)



So viele hübsche kleine Läden gibt es in Dunedin überall.


T-shirts der All Blacks, der Rugbymannschaft in Neuseeland. 



Ein tolles veganes Restaurant - selbstverständlich geschlossen. 

Vegemite - die australische Nationalwürze. 


Meine Wenigkeit im Reisedress samt Rucksack.

Die steilste Straße der Welt. 


Und das war der Blick nach unten. Echt steil!

Für meinen Schwager Felix, einfach so! 

Amy. 

Der Botanische Garten.

Mit Amy am Strand. 


Der Klassiker. :-)

5 Kommentare:

  1. toll, dass du uns an deiner reise teilhaben lässt :) dass macht echt lust selbst mal allein in die weite welt aufzubrechen (wovor ich mich bis jetzt immer eher gefürchtet habe, nicht vor der welt sondern vorm alleinsein..)
    alles liebe, maxi

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  2. Liebe Lissa, ich freu mich sehr für dich, dass du so tolle Erfahrungen machst, spannende neue Menschen kennen lernst und die Welt entdeckst. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.
    Bis hoffentlich bald, fruchtige Grüße ;0)
    Ps. Ich kann irgendwie nicht mehr mit meinem wordpress - profil "fruchtschnitte" kommentieren. Keine Ahnung, was da los ist, daher nun so..

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  3. Ach Lissa, wie lieb von dir, gleich für Amy mitzukochen.
    Schön, das du hinsiehst, wo andere vielleicht wegsehen würden!

    Ich bin gespannt, wie deine Reise weitergeht und wen du noch alles wiedersiehst!
    Genau die richtige Abendunterhaltung für diesen Winter! Du solltest eine Reisedoku drehen ;o)

    Lieben Gruß
    Kris

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  4. Wow das hört sich ja echt super an was du hier schreibst. Ich habe deine anderen Reiseberichte auvh mit Freude gelesen. Ich freu mich schon den nächstes Jahr im März gehe ich selber als Austauschschüler für 2 monate nach Dunedin :D Ich glaube dann werde ich auch anfangen einen Blog zu schreiben ist eine gute Idee, danke :)
    Viele Grüße Matthias

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