Wer mich hassen oder enterben moechte, kann das nun zu Recht tun: Es sieht im Abel Tasman National Park wirklich alles so aus wie auf den Bildern hier.
Ich hatte auf Anraten von Kathrin den Trip gebucht. Wenn ich jetzt ueberlege, dass ich den Teil der Reise fast auslassen wollte, bin ich total froh, auf sie gehoert zu haben. Aber wieder eins nach dem anderen:
Samstag, 21. Januar:
Heute sass ich den ganzen Tag im Bus. 10:45 Stunden. So lange, wie auch der Flug nach Bangkok gedauert hat. Komischerweise kommt es mir aber nie so lange vor. Ich glaube, das Gehirn ist mit der Zahl so ueberfordert und fuegt sich einfach, und so geht der Tag dann doch meistens ganz gut rum. Vor der Abfahrt hatte ich mich noch zu Hause gemeldet. Es ist immer schoen, eure Stimmen zu hoeren!
Die Westkueste der Suedinsel ist echt schoen. Die Neuseelaender sind auch unendlich stolz darauf. Und so habe ich mir auf die Lippe gebissen und ihnen nicht verraten, dass die franzoesische Côte d'Azur da ganz locker mithaelt. Ueberhaupt erinnert mich hier vieles an die Landschaft in Frankreich, und wenn nicht an Frankreich, dann an Grossbritannien, was ich aber groesstenteils nur von Bildern kenne.
Unterwegs hielten wir an, um die oben abgebildeten Pancake Rocks anzugucken. Ich habe das Gefuehl, die Busfahrer freuen sich immer schon Minuten (wenn nicht Stunden) vorher, wenn sie uns an solchen Orten rauslassen duerfen. Wir kommen dann alle mit viel "Oh", "ah" und "boah" zurueck und bestaetigen ihnen, was Neuseeland doch fuer ein schoener Flecken Erde ist.
Auf dem Weg kamen dann viele Fruchtgeschaefte und kleine Staende, an denen man Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Blaubeeren und Tomaten (die auch Beeren sind) kaufen konnte. Hurra, wir kommen in fruchtbare Gefilde mit Sonne!
Zwischendurch bot mir eine junge Frau ein Bonbon an, und wie aus der Pistole geschossen sagte ich "Oh, no, thanks!". Siehst du, Mami, ich entgehe blitzschnell allem, was auch nur im Entferntesten nach einer schlafmittelgetraenkten Giftpille aussieht.
Irgendwann, ja irgendwann kam ich dann tatsaechlich in Nelson an. Die Stadt ist schoener, als ich gedacht hatte. Ein richtig netter Kuestenort. Ausserdem scheint hier die Sonne am haeufigsten in ganz Neuseeland.
Man hatte mich vor meinem Hostel gewarnt, aber ich hatte die Buchung furchtlos aufrecht erhalten. Die gut gemeinten Warnungen besagten, dass sich im Paradiso Backpackers nur junges Partyvolk herumtriebe. Mal ganz ehrlich: Wo nicht? Unerschrocken bezog ich mein Zimmer, oder eher gesagt das Haeuschen. Wir waren jeweils zu vier Personen in kleinen Haeusern untergebracht. Ich glaube, der Award fuer die sympathischste Nation der Mitreisenden geht an Kanada. Hier lernte ich naemlich Robin und Becky kennen, die, ihr habt es erraten, zum Einen sehr nett und zum Anderen aus Kanada waren. Ausserdem sprang dort noch ein deutscher Mittfuenfziger herum, mit dem ich mich (trotz einsetzender Muedigkeit) sehr lange unterhielt und der mir waermstens Chile als naechstes Reiseland ans Herz legte. Wir werden sehen.
Ich hatte ein groesseres Doppelbett in einer Art Alkoven. Ich habe dort super geschlafen. Das Geplappere der Jugend vor unserem Fenster hat mich nicht gestoert. Ganz im Gegenteil, die jungen Leute fand ich gar nicht so schlimm: Als ich in der Kueche noch nicht so zurechtkam, hat mir ein junger Mann aus Australien (?) staendig mit allem geholfen und mir sein Kraeutersalz geliehen. Also, fuer die Party-Jugend muss ich hier doch eine Lanze brechen: Sie koennen auch anders!
Sonntag, 22. Januar:
Der Tag mit Freelee in Bangkok war bis jetzt mein Lieblingstag der Reise. Heute sollte er scharfe Konkurrenz bekommen. Der heutige Trip hiess "Beaches and seals", ein Kombipaket, das eine Kajaktour, eine Wanderung und Fahrten mit dem Wassertaxi beinhaltete. Und, wie sollte es anders sein, natuerlich wieder fies fruehes Aufstehen. An dem Morgen war es zum ersten Mal echt fies. Ich nahm mir vor, nie wieder jemanden kennenzulernen und ab jetzt ab 20:00 Uhr einfach schweigend in die Gegend zu starren. So ungefaehr.
Es ging also mit dem Bus erst mal von Nelson aus in Richtung Abel Tasman National Park. Zum ersten Mal hoerten wir im Bus Musik, denn das Radio war an. In den Ueberlandbussen sitzen sonst alle in der Tat schweigend rum. So dueste unser Musikbus mit unserem Fahrer vom Typ "Smarter Surfer" in Richtung Tagestrip. Dort angekommen, nahm uns eine junge Frau in Empfang, die mit uns die Kajaktour machte. Wir waren eine Amerikanerin, ein Kanadier, drei Norwegerinnen und ich. Wir bekamen eine kurze Einfuehrung und dann legten wir los. Ich teilte das Kajak mit Bettina aus der Naehe von Oslo, die auf keinen Fall steuern wollte. Also sass ich hinten und war Steuerfrau. Die Fahrt war absolut cool. Ueberhaupt war dieser Tag das Einzige, was ich wiederholen wuerde. Den Rest hat man gesehen und dann war es auch gut. Dieser Nationalpark ist aber schon etwas Besonderes. Sollte irgendjemand dorthin kommen, lasst ihn euch nicht entgehen.
Wir paddelten alle kraeftig vor uns hin und parkten sogar rueckwarts in eine Hoehle ein, um dann vorwaerts aus einer anderen Oeffnung der Hoehle wieder herauszufahren. Dann ankerten wir am Strand in irgendeiner der tausend wunderschoenen Buchten. Die sehen tatsaechlich alle aus wie auf Postkarten vom Suedpazifik. Unglaublich schoen. Am Strand unterhielten wir uns und tranken Saft. Dann ging es zurueck. Ich war die einzige, die sich todesmutig das Tagesprogramm vorgenommen hatte. Daher ging der Rest wieder nach Hause, und ich wurde instruiert, auf mein Wassertaxi zu warten. 30min spaeter wurde ich abgeholt und mit einigen anderen Wasserpassagieren zur Tonga-Bucht gefahren. Von dort aus bin ich alleine zur Bark Bay gewandert. Ich hatte irgendwie gedacht, ich haette einen Fuehrer dabei, aber ich sag mal so: Es gibt nur einen Weg, von daher findet man ihn auch wirklich. Die Tour war mit 2h angesetzt, und normalerweise kann man sich auf diese Angaben hier verlassen. Ich war aber in unter einer Stunde schon angekommen.
Ich glaube, Vikky hat diese Wanderung auch gemacht und hatte angedeutet, dass sie auch deutlich schneller da gewesen waere. Wie auch immer.
In der Bark Bay habe ich dann meinen Lunch (10 Goldkiwis) gegessen, mich von den kleinen Insekten pieksen lassen, und bin ausserdem im Meer geschwommen. Als ich die Bucht fast fuer mich alleine hatte und so vom Wasser aus auf den Park schaute, wusste ich nicht, ob ich jetzt heulen oder laut lachen soll, dass ich tatsaechlich hier bin. Wahnsinn, ich hab's echt getan. Erst war es ja nur eine Idee, aber da schwamm ich auf einmal wirklich im Meer vor dieser Traumbucht herum und konnte es kaum glauben.
Irgendwann holte mich mein Taxi wieder ab. Es ist echt lustig, mit dem Fuessen (es war Ebbe) im Wasser zu stehen, auf's Meer zu gucken und zu denken "Wo ist mein Taxi?". Mit dem Taxi fuhr ich dann zurueck, wurde in den naechsten Bus gepackt und von dort aus wieder nach Nelson gebracht. Kaiteriteri Kayaks, danke fuer diesen unvergesslichen, unbeschwerten und wunderschoenen sonnigen Tag.
Abends habe ich dann gemacht, was ich fast am liebsten mache: Ich bin ziellos durch die Stadt geschlendert. Es war Sonntag, und die meisten Geschaefte hatten zu. Ich habe mir noch etwas zu essen gekauft, bin zum Hostel geschlendert, und habe dort zwischen all dem Partyvolk in aller Seelenruhe gekocht. Die sind so mit sich selbst beschaeftigt, dass man daneben vermutlich auch sonstwas machen koennte. Keiner bekommt es mit. Sehr entspannend.
Am naechsten Tag ging es dann weiter nach Wellington, wo ich jetzt schon die erste Nacht verbracht habe. Dazu aber dann beizeiten mehr. Ich lasse es mir weiterhin hier gutgehen, verlasst euch drauf! :-)
![]() |
| Auf der Fahrt nach Nelson: Einer der vielen Stops, hier bei den Pancake Rocks. |
![]() |
| Die Pancake Rocks (Pfannkuchenfelsen) |
![]() |
| Im Abel Tasman Park auf der Kanu-Tour. |
![]() |
| Eine echte Glibberqualle. |
![]() |
| Eine Pause am Strand. |
![]() |
| Im Wassertaxi. |
![]() |
| Der Split Apple. |
![]() |
| Seht ihr, wie die Bäume sich quasi am Felsen festkrallen? |
![]() |
| Im Wassertaxi an einer der "Haltestellen". |
![]() |
| Der Ausgangspunkt meiner Wanderung. |
![]() |
| Faszinierend, oder? :-) |
![]() |
| Diese Bucht hatte ich am Ende meiner Wanderung fast für mich! |
![]() |
| Speziell für ♥ Benjamin ♥ :-) |
![]() |
| Nelson. |
![]() |
| Alles in Neuseeland ist "sweet as!". |
![]() |
| Auf dem Weg zurück zum Hostel. |


















































Wow...das ist so ein Kataloganblick, wunderschön!
AntwortenLöschenDa mittendrin zu sein, muss einfach gigantisch sein.
Liebe Grüße
Kris