Montag, 16. Januar:
Queenstown - endlich! Allein die Anreise war es wert. Es ging erst mal mit dem Zug die Taieri Gorge Railway entlang. Der Zug war so richtig schoen auf "alt" getrimmt. Die Fahrt dauerte ungefaehr 4 Stunden und war wirklich nett. Wir fuhren durch ueberbordendes Gruen, vorbei an Tannen, Farn und Bodengewaechsen en masse. Dazwischen sah man immer wieder den Fluss und die Schlucht, und wir erfuhren einiges ueber die kleinen Doerfer, die sich eine Zeit lang dort gehalten haben.
Weiter ging es fuer mich dann ab Mitte der Strecke mit dem Bus (der gehoerte mit zum Ticket). Ich war die einzige Passagierin (wie niedlich klein hier alles ist, oder?), und der Bus hatte auch irgendwie nur 6 Sitze. Die Strecke scheint wohl eher ein Geheimtipp zu sein. In der naechsten Stadt holten wir noch eine Familie ab. Unser Fahrer John sagte: "Hi Leute, ich bin John, und ich fahre euch heute ein Stueck. Wir sind hier unter uns. Wer auf Klo muss, sagt einfach Bescheid." Wir nickten, John gab Gas, und so bretterten wir los in Richtung Queenstown. Die Familie stieg schon bald wieder aus, und so hatte ich ab dann quasi einen Privatchauffeur, der mir einiges ueber die Strecke erzaehlte. Die Kiwis erzaehlen echt gerne von ihrem Land. Er gab mir auch Tipps fuer die Hostelauswahl in Queenstown, denn zum ersten Mal hatte ich ganz verwegen nicht vorgebucht.
Queenstown ist ein Ski-Ort, was man auch sofort sieht. Im Sommer ist es ein Paradies fuer alle, die Adrenalin spueren wollen. Man sieht ueber sich Paraglider schweben, seitlich die Gondola den Berg herauffahren und Kinder und junggebliebene Hippies auf zwischen Baeumen gespannten Seilen balancieren. Der Ort an sich ist, wie einfach alles in Neuseeland, klein und niedlich. Es gibt einen groesseren Supermarkt ein wenig ausserhalb, der eine gute Auswahl an Lebensmitteln bot. Ich fuehlte mich direkt wohler und wieder innerhalb der Zivilisation.
Vikky (aus Christchurch vom Akaora-Schiff) und ich wollten uns eigentlich heute Abend treffen, aber mit ihren Freunden gab es wohl ein Missverstaendnis und sie hatten Vikky anderweitig verplant. Ich war nicht boese, so hatte ich ein paar Stunden fuer mich.
Mein Essen habe ich im Park (wieder so ein schoener, daran gewoehnt man sich echt) zu mir genommen. Ueberall schaukeln Kinder an lustigen Seilen ueber kleine Fluesse und auch sonst ist hier irgendwie jeder in Bewegung. Ich sass echt lange im Park und bin dann runter an den See gewandert und habe dort noch in der Sonne gelegen.
Wieder zurueck in der Altstadt habe ich den ganzen Strassenkuenstlern und Musikern zugehoert und mir die kleinen Geschaefte angeguckt. Aber um auch den richtigen Eindruck zu erwecken: Es handelt sich trotzdem um einen echt kleinen Ort. Nach einer Stunde ist man mit allem durch, wenn man will. Spaeter bin ich noch mal ans Wasser gegangen und habe dort den Sonnenuntergang gesehen, der schon fast kitschig schoen war. Was man auf dem Bild unten gut sieht: Die Berge sehen total kuenstlich aus, fast so, als haette man sie als Kulisse nur dazugestellt. Irgendwie haben sie einen Grauschleier, der der Grund dafuer sein muss. Der See (Lake Wakatipu) ist trotzdem dadurch in seiner Schoenheit nicht beeintraechtigt.
Dienstag, 17. Januar:
Erst mal habe ich ausgeschlafen (yeah, endlich kein Bus, den man um 7:00 Uhr nehmen muss) und habe am Strand meine Datteln aufgegessen, die ich aus Dunedin noch hatte. Ich habe dort meinen Trip weiter geplant und mich per SMS mit Vikky verabredet. Wir wollten am naechsten Tag die Bootstour im Milford Sound zusammen machen und wollten daher zusammen Anbieter vergleichen. Weil sich bei Vikky und ihren Freunden alles noch etwas hinzog (so etwas wie Hektik kennt hier niemand ...), bin ich erst mal zwei Stunden ins Internetcafe, habe den Blogpost zu Dunedin geschrieben, gemailt und die naechsten Reisebuchungen gemacht. Muss ja auch alles sein.
Gegen Nachmittag haben Vikky und ich uns dann an der Touristeninformation getroffen und den Trip zum Milford Sound gebucht. Danach sassen wir mit ihren Freunden noch am See. Mir hatte irgendwie keiner gesagt, dass ihre Freunde genau genommen die Freunde ihrer kleinen Schwester sind und alle Anfang 20. Mit 20 findet man einfach andere Sachen lustig, glaube ich. Waehrend alle auf ihren Handtuechern lagen und es kracherwitzig fanden, sich gegenseitig Steine auf den Ruecken zu legen (und der Scherz nutze sich auch ueber die ganze Zeit nicht ab), sass ich etwas gequaelt dazwischen. Mit manchen Sachen ist man mit 30 dann doch irgendwie durch.
Ich seilte mich daher ab, weil ich ohnehin noch essen wollte und ausserdem mit der Gondola Queenstown von oben sehen wollte. Vikky (die uebrigens 32 ist) hatte von all den jugendlichen Spaessen dann wohl auch genug und schlug vor, den Weg zur Gondola heraufzuwandern statt zu fahren. Klar, sogar noch lieber! Ich mache fast alles mit, solange jemand anderes den Weg kennt, hihi. Und so wurde es eine supertolle Wanderung, die echt anspruchsvoll war und echt eher fuer mittlere Fitnesslevel aufwaerts geeignet ist. Wir mussten teils klettern und es wurde ganz schoen steil. Aber super war's trotzdem, oder gerade deswegen. Und der Ausblick von oben war der Wahnsinn. Man blickt ueber das ganze Tal, und Vikky zeigte mir, von welchem der ganzen Berge sie schon mit dem Paragliding-Schirm heruntergesegelt war.
Abends sind wir gegen 21:00 Uhr dann noch schnell in den grossen Supermarkt gerannt, um fuer den folgenden Tag im Milford Sound ueberhaupt was zu essen zu haben.
Mittwoch, 18. Januar 2012:
Milford Sound - von allen empfohlen, hochgelobt, oft kopiert und doch nie erreicht, und ausserdem immer wieder zu einem der 10 schoensten Orte der Erde gewaehlt. Ja, jetzt war ich da!
Es war eine lange Anfahrt mit dem Bus, die frueh morgens startete und mittags endete. Dann duesten wir auf's Schiff und bekamen dann zwei Stunden alles gezeigt, was der Milford Sound zu bieten hat. Ein Sound ist eine Art Fjord, und so sieht man dann ueberirdisch hohe Berge, die rechts und links von einem in den Himmel ragen. Wir sahen all die Wasserfaelle und sind auch an viele sehr nah drangefahren - so nah, dass ich mehr als ein Mal nass wurde (die Feiglinge sassen alle drinnen). Ich hoffe, hier einige spektakulaere Fotos geschossen zu haben.
Auf der Rueckfahrt habe ich Vikky dann die wichtigsten deutschen Trinksprueche beigebracht. Was sonst wuerde eine Schottin am meisten interessieren. Mit Vikky ist es wirklich cool. Wir wollen uns auf der Nordinsel noch mal treffen, und zu Hause in Europa dann eventuell auch mal. Wer weiss! Es ist immer schoen, Freunde und gute Bekannte auf der ganzen Welt zu haben.
Wir kamen spaet nach Hause, und ich habe dann zu meiner Ueberraschung festgestellt, dass ich zum ersten Mal beim Ueberqueren der Strasse automatisch in die richtige Richtung geguckt habe. Hurra!
Weil ich mich im Rahmen meiner Moeglichkeiten weiter an das lokale Essen heranwagen wollte (und ehrlich gesagt keine Lust hatte, im Hostel zu kochen, weil es dort immer so voll mit angetrunkenem Partyvolk ist), habe ich mir am See was bestellt.
Die Neuseelaender werden ja gerne wegen ihrer Aussprache geaergert. Zu Recht! Fish & chips heissen hier fush & chups. Fush esse ich nicht, aber chups sind Pommes und dementsprechend aus Kartoffeln und daher ausnahmsweise ok. Also, ein Mal chups, bitte!
So sass ich am Strand am See und ass meine chups, die irgendwie fluffiger schmecken als normale Pommes. Runtergespuelt habe ich das ganze mit Orangenlimo - ein Traum. Als ich so da sass, fuehlte ich mich dann langsam schon fast heimisch, und summte "It's got to be perfect" vor mich hin. Hier guckt einen dafuer echt niemand komisch an. Auch mal ganz angenehm.
Ich habe in der Nacht darauf einen ganz komischen Traum gehabt, in dem ich wusste, dass ich gerade traeume und eigentlich in Queenstown liege, aber irgendwo irgendwelche Sachen machen musste (wie Traeume eben so sind). Aber da ich es wusste, konnte ich im Traum alles machen, z.B. fliegen. Wer weiss, was die Transfette der chups und die E-Stoffe aus der Limo zusammen fuer eine chemische Reaktion im Gehirn ergeben. Lustig war's in jedem Fall.
Das waren die Tage in Queenstown, dem Ort, der seinem Namen nach fuer Queen Viktoria gerade angemessen schoen war. Laut Aussage vieler Reisender ist es der schoenste Ort ueberhaupt in Neuseeland. Wenn ich mit Neuseeland durch bin, kann ich vergleichen und werde sicherlich auch eine Meinung dazu haben.
Danach ging es weiter zum Fox Glacier, wo ich schon seit zwei Tagen bin. Darueber blogge ich dann wieder von der naechsten Station aus!
Viele liebe Gruesse ein mal quer durch den Planeten direkt nach Deutschland!
Die Fahrt von Dunedin nach Queenstown im scenic train.
Und weiter ging es im Minibus.
For tidy kiwis! Die Neuseeländer halten ihre sanitären Einrichtungen vorbildlich sauber.
Kreativität muss auch vor den Toiletten nicht Halt machen!
Ein richtiger Salat mit richtigen Falafel. Manchmal ist einem das Glück ja hold.
Queenstown und der Lake Wakatipu.
Die actionbegeisterten Neuseeländer balancieren auf gespannten Seilen.
Der Lake Wakatipu vom Botanischen Garten aus.
Da ganz oben ist die Gondola, und dort sind Vikky und ich tapfer hinaufgewandert.
Dieses Foto soll ein stilles Mahnmal sein, wenn die Neuseeländer wieder ihr Umweltbewusstsein betonen.
Die Wanderung zur Gondola geht los!
Von halber Höhe aus wieder mal: Der See.
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Der Ausblick auf den See von ganz oben. Es war wirklich so wunderschön, wie es hier aussieht.
Ein Hobbit-Sessel, mitten im Wald.
Queenstown gegen Abend.
Der Ausflug zum Milford Sound.
Der Bus hatte in Glasdach - bitte beachtet daher die Berge, die man hier in der Helligkeit nur erahnen kann!
Das erste Mal im temperate rain forest.
Hier der Regenwald, da hinten die schneebedeckten Berge - ein ewiger Kontrast.
Seht ihr den Taucher im Bild?
Und los ging es mit dem Boot in den Milford Sound.
Von unten in den Wasserfall fotografiert. Ich liebe dieses Foto.
Nass werden gehörte dazu!
Robben in der Sonne.
Der letzte Abend in Queenstown.





























































































Ich bin echt gespannt auf die Fotos!
AntwortenLöschenIch liebe Wasserfälle, es ist einfach so schön und fazinierend und so kraftvoll und leicht zugleich, finde ich.
Lieben Gruß zurück,
Kris